Geschützte Delikatesse

Die strengen Regeln der CITES für den Caviar-Handel

Unter der CITES (Convention on International Trade of Endangered Species of Wild Fauna and Flora) haben sich seit ihrer Gründung 1973 über 170 Staaten zusammen- geschlossen, um den Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten auf internationaler Ebene zu beschränken und zu kontrollieren. In regelmäßigen Konferenzen wird über die Notwendigkeit des Schutzes von Arten beraten. So fiel 1998 auf Initiative Deutschlands und der USA die Entscheidung, den Stör als bedrohte Tierart einzustufen und den Handel mit seinem Fleisch und Caviar mit strengen Restriktionen zu belegen. Seitdem wurden die jährlich freien Fangmengen stark beschränkt und das Einhalten dieser sog. Quoten durch die kontrollierte Vergabe von Im- und Exportzertifikaten überwacht – bis zum kompletten Fangstopp im Jahre 2011.
Kennzeichnungspflichten:
Vielfach ist nicht bekannt, dass selbstverständlich auch die Störe aus Aquakulturen den weltweit geltenden Handelsbeschränkungen der CITES unterliegen. Zwar ist der Handel mit illegalem Caviar deutlich zurück gegangen und in Deutschland etwa kaum noch spürbar. Allerdings würde eine totale Handelsfreigabe des Zuchtcaviars zur Folge haben, dass man illegalen Caviar leicht unter dem Deckmantel dieser Ware wieder in den Verkehr bringen könnte. Also gelten die rechtlichen Anforderungen, die ursprünglich an den Handel mit Wildware gestellt wurden, auch für Ware aus Zuchtbetrieben – etwa das Führen eines Lagebuches für den Händler.
Vor allem unterliegt aber auch die Kennzeichnung des Caviars den Regeln der Kennzeichnung von Wildware. Jede Dose Caviar ist mit einem Riegel bzw. einem Siegel in der Form zu versehen, dass dieser Verschluss nicht schadlos entfernt werden, also kein zweites Mal verwandt werden kann. Dieses Siegel bzw. der aufzubringende weltweit identisch aufgebaute Code ist recht aussagekräftig, wenn man weiß, was sich dahinter verbirgt.

Die nachfolgenden Erklärungen verdeutlichen, aus welchen Bestandteilen sich der oben stehende beispielhafte Code zusammensetzt.

1.) Fisch-Art:

Abkürzung der lateinischen Bezeichnung der Störart (hier: Acipenser Baerii, Sibirischer Stör). Hybride werden mit einem „x” dargestellt (z.B. BAExNAC). Die lateinischen Namen und die CITES-Kürzel finden Sie in unserem „Who‘s who der Störe”.

2.) Fangart:
Das C steht für „Captivity”, d.h. dieser Caviar stammt aus Aquakultur. Wildware wird mit einem „W” gekennzeichnet – und wird Ihnen heutzutage nur noch beim Löffelstör begegnen.

3.) Ursprungsland:
Internationales Länderkürzel für den Ursprung der Ware, hier: DE für Deutschland. Weitere zurzeit gängige Ursprünge: Italien (IT), USA (US), Frankreich (FR), Israel (IL), Iran (IR), Spanien (ES), China (CN), .

4.) Jahrgang:
Dieses Jahr bezeichnet das Jahr, in dem der Caviar abgefüllt (aber nicht zwangsläufg produziert) wurde.

5.) Zulassungsnr.:
Diese Nr. kennzeichnet den überprüften und zugelassenen Betrieb, der mit Produktion oder Umfüllug von Caviar beschäftigt ist. AKI ist mit der Nr. DE-R01 beim Bundesamt für Naturschutz registriert. Steht hier kein „R”, sondern ein „P”, handelt es sich nicht um einen Repacker (Umfüller), sondern um den Produzenten selbst, der zugleich Händler ist.

6.) Lot-Nr.:
Diese Nummer wird zur 100%-igen Rückverfolgbarkeit individuell vom Betrieb vergeben. Bei AKI z.B. entspricht sie der jeweiligen Rechnungs-Nummer.